Das Teilen von Ladesäulen ist ein wichtiger Forschungsgegenstand von Smart eFleets

Die Chancen der Shared Economy in der Elektromobilität

Die Digitalisierung und disruptive Technologien beeinflussen zunehmend unseren beruflichen und privaten Alltag. Dabei ermöglichen neue Konzepte, Services und Tools nicht nur Kosteneinsparungen im Bereich der Produktion, sondern auch in der Administration. So gehen Experten davon aus, dass allein der Fuhrpark eines Unternehmens Kosteneinsparungspotenziale von bis zu 30 % bietet. Dank der immer beliebter werdenden Shared Economy und dank des steigenden Einsatzes von Elektrofahrzeugen sind hierbei heutzutage schon Wettbewerbsvorteile möglich, die sich langfristig positiv auf den Unternehmenserfolg auswirken. Doch wie funktioniert Shared Economy in der Elektromobilität? Und was gilt es beim Einsatz eines Elektrofahrzeugs im eigenen Fuhrpark zu beachten? Ist die aktuelle Ladeinfrastruktur ausreichend, um ein elektrisches Poolfahrzeug effizient zu betreiben? Diese Fragen gilt es zu beantworten.

E-Fahrzeugbeschaffung und Corporate Carsharing

Die Shared Economy gewinnt besonders im Bereich des Flottenmanagements zunehmend an Bedeutung. Dabei gilt es einerseits, Kostenvorteile über die gemeinsame Nutzung von Fahrzeugen zu realisieren, andererseits bietet die Shared Economy jedoch auch im Bereich der Beschaffung wesentliche Vorteile. So können beispielsweise durch das Teilen der Fahrzeuge höhere Rabatte und auch eine bessere Auslastung erzielt werden. Für den reibungslosen Betrieb von Corporate Carsharing bedarf es jedoch neuer Services und Tools, die diese geänderten Ansprüche erfüllen.
Für den effizienten Betrieb von Flotten mit E-Fahrzeugen gilt es hierbei im ersten Schritt, die bestehenden Verwaltungs-, Dispositions- und Buchungssysteme zu überdenken. Zudem müssen auch neue Aspekte, wie das digitale Fahrtenbuch sowie Ladekonzepte und eine bedarfsgerechte Fahrzeugdisposition in die Strategie einfließen, um eine effiziente und wirtschaftliche Nutzung von Flotten mit Elektrofahrzeugen zu garantieren. Den Kern der Shared Economy bilden hierbei neue Plattformen, die es schaffen, komplexe Prozesse zu automatisieren und den Teilnehmern die Möglichkeit geben, den Status ihres Fuhrparks jederzeit abzurufen.

Kleinere Fuhrpark erhalten bei der Beschaffung der Fahrzeuge nicht immer die besten Konditionen

Bündelung von Orders

Die Anschaffungskosten von Fahrzeugen sind noch immer eine der größten Kostenfaktoren in einem Fuhrpark. Dabei haben besonders kleine und mittlere Unternehmen oftmals das Nachsehen, da sie aufgrund geringer Abnahmemengen nicht in der Lage sind, signifikante Rabatte während der Fahrzeugbeschaffung zu verhandeln. Mit der Hilfe von Corporate Sharing lassen sich diese Probleme deutlich mindern. Der Zusammenschluss mehrerer Unternehmens-Fuhrparks führt hierbei zu größeren Absatzmengen, die wiederum die Unternehmen in eine bessere Verhandlungsposition bringen – was sich positiv auf das Fuhrparkmanagement der einzelnen Beteiligten auswirkt.

Verbesserte Konditionen in der Fahrzeugbeschaffung

Gewährte Fahrzeugrabatte lassen sich prinzipiell in Flottenrabatte und Händlerrabatte unterteilen. Bei den Flottenrabatten gibt es die bekannten Mengenrabatte sowie sogenannte Business-Pakete. Die Mengenrabatte werden von Herstellern immer dann gewährt, wenn eine bestimmte Absatzmenge innerhalb eines definierten Zeitraums erreicht wird. Im Gegensatz dazu richten sich die Business-Pakete von Herstellern in der Regel an Fahrzeugflotten, die über eine bestimmte Premiumausstattung verfügen, wodurch der Wiederverkaufswert der Fahrzeuge steigt. Für kleine Flotten werden oftmals jedoch nur Standardpakete zur Verfügung gestellt, deren Konditionen meist weit weniger attraktiv sind. Unternehmen, die ihr Fuhrparkmanagement bündeln haben hierbei den Vorteil, dank der größeren Absatzmengen direkt mit dem Key-Account Manager für Flottenkunde des Herstellers in Kontakt treten zu können, wodurch die Chancen auf hohe Rabatte steigen. Zudem lassen sich so auch bei Händlern bessere Serviceverträge verhandeln, die wiederum die laufenden Kosten des Fuhrparks deutlich senken können.

Lieferterminbeschleunigung durch koordinierte Fahrzeugbeschaffung

Eine Bündelung von Bestellung durch ein unternehmensübergreifendes Corporate Carsharing hat nicht nur einen Einfluss auf die gewährten Rabatte, sondern auch auf die Liefertermine. Besonders Elektroautos, deren Lieferzeiten immer noch überdurchschnittlich lange sind, können so oftmals weitaus schneller beschafft werden, als es einem Unternehmen über eine einzelne Bestellung möglich wäre. Durch eine Standardisierung der gewünschten Ausstattungspakete lassen sich hierbei weitere Vorteile erzielen, die wiederum zu einer einfacheren Wartung und einem wesentlich homogeneren Fuhrpark führen.

Beratende Unterstützung durch Beschaffungsplattformen

Umweltfreundliche E-Mobilität liegt im Trend und daher verwundert es auch nicht, dass besonders in diesem Bereich hohe Förderungen von staatlicher Seite angeboten werden. Für den Erhalt der attraktiven Förderungen steht besonders das neue Testverfahren WLTP (Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure) im Vordergrund, welches den bis dato gültigen NEFZ ersetzt. Dabei berücksichtigt WLTP nicht nur unterschiedliche Geschwindigkeiten und Situationen im Straßenverkehr, sondern auch die Gewichtsklassen und Ausstattungsvarianten von Fahrzeugen. Der WLTP wirkt sich somit besonders günstig auf Elektrofahrzeuge aus, wobei neben dem gängigen Umweltbonus auch weitere Förderungen, wie beispielsweise Förderungen für AVAS (Acoustic Vehicle Alerting System) zur Verfügung stehen. Zudem werden auch kostengünstige Kredite sowie Zuschüsse für die Entwicklung von notwendigen Infrastrukturen gewährt, die bei größerem Volumen, aufgrund der gemeinsamen Fahrzeugbeschaffung, deutlich höher ausfallen. Gute Beschaffungsplattformen unterstützen den Fuhrparkleiter bei der Beantragung von Fördermaßnahmen für das Thema Elektromobilität.

E-Fuhrpark an einer Ladestation

Unterstützung in der Auslastung von Poolfahrzeugen

Im Zentrum eines jeden modernen Flottenmanagements stehen leistungsstarke Mobilitätsplattformen, die das Corporate Carsharing unterstützen. Ziel der Plattformen ist es jedoch nicht nur Unternehmen zu günstigeren Konditionen im Bereich der Fahrzeugbeschaffung zu verhelfen, sondern auch durch Services und Funktionalitäten, wie z.B. komplett automatisierte Abläufe, ein digitales Fahrtenbuch, ausgeklügeltes Monitoring sowie ein smartes Auslastungsmanagement, das sicherstellt, dass auch zu Spitzenzeiten immer genügend Fahrzeuge zur Verfügung stehen das Fuhrparkmanagement zu vereinfachen.
Cloud-basierte Plattformen haben hier den großen Pluspunkt, dass sie komplexe Vorgänge transparent darstellen und Optimierungspotenziale für alle Teilnehmer aufzeigen. Mitarbeiter haben den Vorteil, ihr gewünschtes Poolfahrzeug vorab online über das Smartphone oder Tablet zu reservieren und über das digitale Fahrtenbuch zu managen. Zusätzlich ist jedes Poolfahrzeug mit seinem aktuellen Standort im System ersichtlich, wodurch mühsame manuelle Zuteilungen im Fuhrparkmanagement obsolet werden.

Im Bereich der Elektromobilität gibt es darüber hinaus zahlreiche Funktionen für das Lade- und Energiemanagement, die sowohl Betriebsprognosen als auch den Energiebedarf beachten. Ein gemeinsames Pool-Konzept kann dadurch auch in Zeiten von Spitzenlast effizient funktionieren und größtmögliche Wirtschaftlichkeit bringen.

Die optimale Ausgestaltung der Ladeinfrastruktur

Die größtenteils mangelnde Infrastruktur im Bereich von Ladestationen ist noch immer die Achillesferse der Elektromobilität. So ist das Netz an Ladestationen in den Städten zwar meist gut ausgebaut, in ländlichen Strukturen vielfach jedoch noch immer unzureichend. Für die Integration von E-Fahrzeugen in gewerbliche Flotten bedarf es daher einer durchdachten Ladeinfrastruktur und einem smarten Energiemanagement. Dabei sind firmeninterne Ladeinfrastrukturen und das Teilen bestehender Ladestationen mit anderen Unternehmen der Schlüssel zum Erfolg. So profitieren alle beteiligten Partner von dem Ausbau der Infrastruktur, wobei eine tief greifende Vernetzung der vorhandenen Stationen und deren einheitliche Ausgestaltung die Grundvoraussetzungen für erfolgreiches Corporate Carsharing sind. Die Planung des Ladeinfrastrukturbedarfs ist ein wesentliches Element, das vor der Beschaffung von Elektrofahrzeugen stattfinden sollte. Aus diesem Grund ist es auch notwendig, dass Software für die Beschaffung und Corporate Carsharing aufeinander abgestimmt zusammenarbeiten.

Fazit

Corporate Sharing und Elektromobilität sind die Kernthemen, die das Fuhrparkmanagement in den nächsten Jahren bestimmen und wesentlich beeinflussen werden. Dabei haben schon heute viele Unternehmen großes Interesse daran, Elektrofahrzeuge einfach und smart in ihre eigenen Flotten einzubinden. Günstigere Beschaffungspreise, optimierte Auslastung sowie flexible Einsatzmöglichkeiten bilden die Hauptargumente, die schlussendlich zu deutlichen Kosteneinsparungen führen. Zusätzlich bietet Corporate Sharing über Mobilitätsplattformen auch den Mitarbeitern wesentliche Vorteile. Sie können diese das gewünschte Poolfahrzeug reservieren, über das digitale Fahrtenbuch managen und zurückgeben, wobei integriertes Lademanagement und intelligentes Routenmanagement dafür sorgen, dass die Fahrzeuge immer über genügend Reichweite verfügen. Für die Umsetzung des Konzepts in Unternehmen bedarf es einer fein abgestimmten ganzheitlichen digitalen Unterstützung. Carano bietet mit seiner Cloudlösung alle notwendigen Bausteine für eine erfolgreiche Umsetzung.