E-Flotten der Forschungspartner bei Smart eFleets

Unternehmensübergreifende Digitalisierung und Elektrifizierung von Carpool- und Carsharing-Angeboten

Das 21. Jahrhundert steht ganz im Zeichen von Mobilität, aber auch von Nachhaltigkeit. E-Mobility ist das Schlagwort der Stunde, an dem kaum ein Unternehmen vorbeikommt. Wo es bisher hieß „Mobilität um jeden Preis“, stehen nun zusätzlich Achtsamkeit, Umweltschutz und nicht zuletzt Sparsamkeit auf der Agenda.

Elektromobilität und Sharing im Fuhrpark

Wie immer sind es zunächst einzelne Player, die das Potential neuer Technologien erkennen und für größere wirtschaftliche Zusammenhänge nutzbar machen. Elektromobilität bildet da keine Ausnahme: Als Fuhrparkmanager unter den vielen unterschiedlichen Impulsen der Anbieter zu entscheiden, ob und wenn ja, welche Anwendung für ein Unternehmen sinnvoll ist, scheint eine Herkulesaufgabe.

Doch für fast jeden Fuhrparkmanager ist Digitalisierung in den letzten Jahren schon einmal Thema gewesen, kaum ein Fuhrpark kommt heute noch ohne digitale Unterstützung aus. Und zu Recht. Fast alle Prozesse im Fuhrparkmanagement profitieren von Digitallösungen, ob es um einfache und übersichtliche Buchung und Verwaltung geht, um die sichere und bequeme Übergabe der Fahrzeuge oder um Beschaffung, Administration und Schadenmanagement. Überall kann eine Software entlasten, Personalressourcen freisetzen, die Auslastung erhöhen und damit kostengünstig und effizient agieren. Die Frage nach Elektromobilität allerdings geht für die meisten Fuhrparkmanager mit hohen Anschaffungskosten, Unsicherheit über Ladekapazitäten, Ladeinfrastruktur und Verfügbarkeit einher.

Das Forschungsprojekt Smart eFleets

Dieser Situation will das Konsortium von Smart eFleets entgegentreten. Das von verschiedenen Berliner Ver- und Entsorgungsunternehmen mit Elektroflotte initiierte Forschungsprojekt widmet sich zum ersten Mal gesamthaft den Themen E-Mobility und Digitalisierung im Flottenmanagement am Beispiel städtischer Versorgungs- und Entsorgungsunternehmen. Das Projekt geht allerdings noch weiter und betrachtet das Thema Elektrifizierung besonders im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz, dazu muss E-Mobility eine breitere Akzeptanz und mehr Praktikabilität gewinnen: Eine möglichst flächendeckende Ausrüstung von Carpools und Carsharing-Diensten mit Elektrofahrzeugen kann einen deutlichen Beitrag zur Senkung lokaler Emissionen leisten. Um die Hemmschwelle für Unternehmen zu überwinden, darf der ökonomische Aspekt nicht außer Acht gelassen werden. Deshalb konzentriert sich die Entwicklungsarbeit bei Smart eFleets bewusst auf unternehmensübergreifende Modelle, mit denen Kosten und Risiken verteilt und interessierten Nutzern den Zugang erleichtert werden kann.

Ein weiterer Schwerpunkt der Analyse ist die Art und Weise, wie Digitalisierung und Elektrifizierung über das change management in Unternehmen umgesetzt werden. Die Rahmenbedingungen für betriebliche und persönliche Mobilität ändern sich signifikant, entsprechend müssen Unternehmensstrategien kontinuierlich angepasst werden. Welche Ansätze dabei erfolgversprechend sind, also, zu einer schnellen und spürbaren Veränderung im Flottenmanagement führen, wird nicht nur dargelegt, sondern in einem nächsten Schritt auch auf Drittanbieter angewandt mit dem Ziel, auch anderen Branchen Hilfestellung zu leisten. Im besten Fall wird eine bessere Marktdurchdringung für Elektromobilität erreicht.

Electric cars participating in the project Smart eFleets

Smart eFleets im Einzelnen: Unternehmensübergreifendes Flottenmanagement im E-Fuhrpark

Was bisher alles eher vage und theoretisch klingt, teilt sich in konkrete Forschungsgegenstände auf. Die detaillierte Betrachtung ermöglicht ein tiefes Verständnis der unternehmensinternen und -übergreifenden Prozesse mit dem Ziel, Elektromobilität ressourcenschonend und mit hoher Auslastung anzuwenden.

Rahmenbedingungen

  • Welche rechtlichen, vertraglichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen sind notwendig, damit mehrere Unternehmen gemeinsam auf eine (elektronische) Flotte zurückgreifen können?
  • Wie können Verträge zwischen diesen Unternehmen und Drittanbietern aussehen?

Prozesse

  • Welche Prozesse lassen sich aus dem digitalen Fuhrparkmanagement ableiten und wie lassen sich diese Prozesse optimieren?

Technische Voraussetzungen

  • Aufbau einer Systemarchitektur
  • Einrichtung einer gemeinsamen Buchungsplattform mit Schnittstellen für Drittanbieter
  • Integration bestehender digitaler Lösungen und Daten

Umsetzung

  • Entwicklung einer leistungsfähigen Infrastruktur zum Aufladen von Elektrofahrzeugen
  • Wechselbetrieb nach Nutzungszeitfenstern
  • Synergien mit lokaler Energieversorgung

Effizienz

  • Ermittlung
    • des Fahrzeugbedarfs zu Spitzenzeiten
    • durchschnittlicher Wegstrecken
    • von für den Pool ungeeignete Fahrzeugtypen
  • Mehrfachnutzung durch transparente Verfügbarkeit
  • Reduzierung der Flottenfahrzeuge durch Pooling
  • erhöhte Auslastung

Modelle

  • Betriebssicherheit
  • Kompatibilität
  • Risiken
  • Allgemeine Buchungs- und Abrechnungsplattform
  • Notfalloptionen für Systemausfälle

Ziele und Ergebnisse von Smart eFleets

Der Grundgedanke jedes Sharing-Ansatzes ist die Nutzung von Synergien, die Einsparung von Kosten, die Optimierung von Prozessen durch Vereinheitlichung und die Nachhaltigkeit durch Ressourcenschonung. Smart eFleets entwickelt diesen Gedanken anhand einer Pilotflotte weiter, den gesammelten städtischen Fahrzeugen verschiedener Branchen. Die Vision ist eine Art Sharing im Quadrat, wenn nicht nur die Mitarbeiter eines Unternehmens, sondern gleich mehrere Unternehmen einen (elektronischen) Carpool teilen, der gemeinsam verwaltet, gebucht, geladen, gewartet und abgerechnet wird. Voraussetzung dafür sind eine umfassende Digitalisierung des Flottenmanagements und entsprechende Rahmenbedingungen für die Teilnehmer. Ausgangspunkt ist die sorgfältige Analyse von Prozessen in der Fuhrparkverwaltung sowie deren Optimierung, um zu einer höheren Auslastung und damit zu einer Reduktion der Flottenfahrzeuge zu kommen; im Hinblick auf Elektromobilität wird durch eine gemeinsame Infrastruktur der Ladestationen sowie der Streuung von Risiko und Anschaffungskosten die Hemmschwelle für Unternehmen gesenkt; damit können Nachhaltigkeit und Umweltschutz stärker hervorgehoben werden.