Mann vor einem Laptop in einem CaféDie Fahrerunterweisung nach UVV – Das müssen Sie wissen

Gemäß den gesetzlichen Regelungen der DGUV Vorschrift 70 ist jeder Fuhrparkleiter verpflichtet, mindestens einmal jährlich alle Fahrer im Fuhrpark zu unterweisen. Diese Sicherheitsunterweisung dient zum einen der Sicherheit des Fahrers, der über mögliche Gefahrensituationen und die rechtmäßige Inbetriebnahme seines Arbeitsmittels belehrt wird, zum anderen aber auch als rechtlicher Nachweis für den Fuhrparkleiter, sollte ein Unfall entstehen.

Ohne das Durchführen der Fahrerunterweisung kann der Fuhrparkverantwortliche im Falle eines Schadens haftbar gemacht werden, auch wenn er den Unfall selbst nicht verursacht hat. Die Fahrerunterweisung gemäß der Richtlinie der DGUV Vorschrift 70 ist Teil einer Reihe von Grundlagengesetzen, wie zum Beispiel Paragraf 12 des Arbeitsschutzgesetzes sowie Paragraf 12 der Betriebssicherheitsverordnung, die alle die Sicherheit am Arbeitsplatz und eine sichere Inbetriebnahme des jeweiligen Arbeitsmittels verbindlich festsetzen.

Die Inhalte der elektronischen Fahrerunterweisung

Die konkreten Inhalte der UVV variieren von Fuhrpark zu Fuhrpark: So sind die Sicherheitsvorschriften für einen Fuhrpark mit Mischfahrzeugen (PKWs und Lastkraftwagen oder Baumaschinen) andere als für einen homogenen Fuhrpark, der nur aus PKWs besteht. Die Größe des Fuhrparks spielt ebenfalls keine Rolle, so müssen kleine als auch große Fuhrparks Ihre Fahrer regelmäßig unterweisen. Der zentrale Aspekt bei der Fahrerunterweisung ist die Sicherheit – sowohl für den Fahrer als auch den Fuhrparkleiter.

Die Art der Durchführung ist jedem Fuhrparkleiter selbst überlassen. Während früher häufig Präsenzschulungen stattgefunden haben, sind mittlerweile E-Learning Schulungen auf dem Vormarsch, denn sie sind flexibel und bieten eine einfache und sichere Dokumentation.

Auch wenn der Gesetzgeber nur wenige Vorgaben bzgl. der Inhalte der UVV macht, so gibt es doch einige Themenbestandteile, die in jeder Sicherheitsschulung vorkommen sollten.

Vor jeder Unterweisung ist es ratsam die Prüfungsmodalitäten zu klären. Wie oft darf die Unterweisung im Falle eines Nichtbestehens wiederholt werden, ab welchem Prozentsatz gilt die Unterweisung als bestanden, sind Hilfsmittel während der Durchführung erlaubt, usw. Wird die Fahrerunterweisung persönlich durch den Fuhrparkverwalter durchgeführt, so ist dieser verpflichtet, die Modalitäten im Vorfeld zu klären. Bei E-Learning Maßnahmen ist ebenfalls darauf hinzuweisen.

Der erste Teil der Fahrerunterweisung beschäftigt sich mit dem sicheren Verhalten vor dem Fahrtantritt. Jede Fahrt sollte in Ruhe vorbereitet werden und der Fahrer sollte sich körperlich und geistig ausgeruht und in der Lage fühlen, das Fahrzeug sicher zu steuern. Daher geht es im ersten Kapitel auch vor allem um die sichere Inbetriebnahme des Fahrzeugs, die Überprüfung der Technik am Fahrzeug, der richtigen Beleuchtungseinstellung, der angemessenen Kleidung während der Fahrt sowie um die sichere und gesunde Sitzposition.

Im zweiten Teil der digitalen Fahrerunterweisung geht es um die Sicherheitsausstattung: Welche sicherheitsrelevanten Gegenstände sollten sich bei jeder Fahrt im Fahrzeug befinden und wie ist deren sichere Handhabung? Der dritte Teil der Fahrerunterweisung nach UVV prüft den Fahrer zum Umgang mit digitalen Geräten während der Fahrt, den Grundlagen der Straßenverkehrsordnung, der richtigen Einschätzung der Witterungsverhältnisse und die dementsprechende Anpassung der Fahrweise sowie dem Einfluss von bewusstseinsverändernden Substanzen auf den Fahrer.

Das sichere Verhalten während einer Unfallsituation wird im vierten Teil der Fahrerunterweisung nach UVV thematisch aufgegriffen. Unfälle stellen den Fahrer vor eine Ausnahmesituation, umso wichtiger ist hier die richtige Unterweisung, die das angemessene Verhalten im Fall eines Schadens aufzeigt. So zeigt die Fahrerunterweisung per E-Learning eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, welche Maßnahmen der Fahrer bei einem Unfall ergreifen sollte.

Das letzte Kapitel der UVV Fahrerunterweisung ist die Wissensabfrage. Mit Hilfe von Multiple Choice werden alle Informationen aus den vorherigen Kapiteln abgefragt. Da es kein festgelegtes Zeitfenster gibt, in dem die Fragen beantwortet werden müssen, entsteht keinerlei Prüfungsdruck. Nachdem alle Fragen beantwortet sind, kann der Fahrer seine Testergebnisse einreichen. Bei Bestehen erhält er ein Zertifikat, das als Nachweis für eine erfolgreiche Teilnahme der Fahrerunterweisung nach UVV gilt. Bei Nichtbestehen gibt es die Möglichkeit, den Test zu wiederholen, um die gelernten Inhalte besser zu verinnerlichen und das Abschlusszertifikat nach erneuter Teilnahme doch noch zu erhalten.

Über CaranoCloud hat der Fuhrparkleiter die Möglichkeit, die Testergebnisse der Fahrer einzusehen. So besteht die Möglichkeit bei mehrfachem Nichtbestehen der UVV das persönliche Gespräch mit dem Fahrer zu suchen und ggf. bestimmte Wissensinhalte persönlich zu erklären. Zudem kann er anstehende Termine, aber auch verpasste Termine zur Fahrerunterweisung aufrufen, diese koordinieren und den Fahrern Erinnerungen per E-Mail schicken.

Warum eine Fahrerunterweisung nach UVV per E-Learning Plattform sinnvoll ist

Die Koordination der UVV als Präsenzschulung ist besonders in großen Fuhrparks eine Herausforderung: Der Fuhrparkleiter ist für die Erstellung der Inhalte, die Einladung der jeweiligen Fahrer und die anschließende Terminkoordination verantwortlich – ein aufwendiges Unterfangen sowohl für Fahrer als auch Fuhrparkleiter. Oft herrscht auch große Unsicherheit, wenn es um die zu vermittelnden Inhalte geht: Welche Themen müssen in welcher Tiefe behandelt werden?

Eine zeit- und kostensparende Methode der Sicherheitsunterweisung ist die Schulung per E-Learning. E-Learning erlaubt eine ortsunabhängige Durchführung der Fahrerunterweisung und erleichtert dem Fuhrparkleiter die Dokumentation. Das hat vor allem rechtliche Bewandtnis, denn hier ist laut Gesetzgeber der disziplinarisch Vorgesetzte in der Pflicht nachzuweisen, dass alle Fahrer im Fuhrpark die Sicherheitsunterweisung erfolgreich absolviert haben.

Das Schulen per E-Learning bietet außerdem einen psychologischen Vorteil: Die Fahrer erleben eine weitaus angenehmere Prüfungssituation, da Sie im Vorfeld des Tests ausreichend Zeit zum Einlesen in die jeweiligen Themen haben. Ziel einer jeden Fahrerunterweisung sollte es sein, den Fahrer auf eventuelle Gefahrensituationen hinzuweisen und seinen Blick für potenzielle Unfälle zu schärfen, um Schäden bestmöglich zu minimieren. Daher gilt eine E-Learning-Unterweisung als der effektivste Weg, jeden Fahrer bestmöglich und umfassend zu schulen.

Bitte beachten Sie: Die jährliche Fahrerunterweisung per UVV ersetzt nicht die fahrzeugspezifische Einweisung, die bei jeder Fahrzeugübergabe durch den Fuhrparkleiter persönlich durchzuführen ist. Dieser Artikel ist rechtlich nicht bindend.